Der First Responder Chiemsee Nord möchte sie alle ganz herzlich zu einem Vortrag über Organspende, -transplantationen einladen. Wir haben dazu die Dipl. Psych. Sibylle Storkebaum gewinnen können. (nähere Beschreibung siehe unten)

 

Stattfinden wird der Vortrag am

 

Freitag, den 10.Feb.2012 um 19.30 Uhr

 

in der Aula der Schule Eggstätt. Wir freuen uns auf Ihr zahlreiches Erscheinen!
 

 

 

 

 

 

Dipl.Psych. Sibylle Storkebaum

Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität

Campus Großhadern

Transplantationszentrum

Herzchirurgie

 

s.storkebaum@googlemail.com

 

Sibylle Storkebaum ist Psychologin am Münchner Klinikum rechts der Isar. Dort betreut sie Patienten und deren Angehörige vor und nach einer Transplantation.

Sibylle Storkebaum ist immer wieder mit dem Tod konfrontiert. Sie erlebt hautnah mit, wenn Patienten sterben, weil nicht rechtzeitig ein Spenderorgan zur Verfügung steht oder aber weil es nach einer Transplantation zu Komplikationen kommt. Die 61-Jährige ist Transplantationspsychologin am Münchner Klinikum rechts der Isar. Seit 15 Jahren betreut sie dort Patienten und deren Angehörige vor und nach einer Transplantation. Zu ihren Schützlingen gehörte auch ein 54-jähriger Mann, dem Ende Juli 2008 im „Rechts der Isar“ in einer weltweit erstmaligen Operation beide Arme eines hirntoten Patienten übertragen worden waren.

Dem Landwirt waren vor sechs Jahren bei einem Arbeitsunfall beide Arme abgerissen worden. Nach einer schwierigen Zeit mit zwei nur ganz kurzen Armstümpfen und Misserfolgen mit Prothesen hofft er nun, mit den Armen des Toten seine frühere Lebensqualität zurückzubekommen. Der Patient sei „ein gut geerdeter Mann, er hat eine Familie, die zu ihm hält“, sagt Storkebaum. Solch ein stabiles Umfeld sei wichtig für alle Transplantations-Patienten. Ähnlich sieht das auch der Mediziner Christoph Höhnke. Die Patienten müssten „eine absolut starke Persönlichkeit haben“, sagt der plastische Chirurg, der federführend an der Armtransplantation mitgewirkt hat.

Vor jedem Eingriff spricht Storkebaum mit den Patienten über die Tatsache, dass sie künftig ein Körperteil eines Hirntoten tragen werden. „Da muss der Patient ein Stück Trauer mittragen.“ Storkebaum versteht sich nicht als glühende Fürsprecherin von Transplantationen. „Ich habe den Menschen zu helfen, die für sie richtige Entscheidung zu treffen.“ Und die richtige Entscheidung könne manchmal auch sein, lieber zu sterben als auf ein Spenderorgan zu warten. Aber das komme selten vor, sagt die Psychologin. „Die meisten sagen: Ich wage es.“

Die Psychologin, 1946 in Marburg an der Lahn geboren, war zunächst Journalistin, hatte später in Paris Politikwissenschaft studiert und bei verschiedenen Medien gearbeitet. Sie schrieb Drehbücher und stand als Moderatorin für Sat.1 („Ich bekenne“) vor der Kamera. Dann aber habe sie noch einmal etwas ganz anderes machen wollen, sagt Storkebaum. Sie studierte in München Psychologie und übernahm die damals neu eingerichtete Stelle am „Rechts der Isar“.

Ihre Arbeit ist von Höhen und Tiefen geprägt. Wenn die Transplantation gut verläuft, könnten die Patienten fast wieder so leben wie früher, sagt sie. Die Medikamente zur Unterdrückung von Abwehrreaktionen des Körpers, sogenannte Immunsuppressiva, werden immer besser. Storkebaum ist aber auch gefordert, wenn eine Transplantation nicht klappt. „Der Tod steht immer im Raum, und manchmal schlägt er unerwartet zu.“

 

dwk